Sunday, December 13, 2009

counting the days

Ich will ja nun wirklich nicht immer jammern, aber im Moment waere ich schon gerne wieder zuhause, oder noch in Neuseeland. Ich entwickle mich gerade (wieder) zum Spiesser und merke, dass dieses 'Backpacking' vielleicht doch nichts fuer mich ist. Es sind noch 18 Tage und die werde ich noch rumkriegen, aber fuer so eine Einstellung sind sie eigentlich zu schade und viel zu teuer. Deshalb versuche ich das Beste draus zu machen. Schliesslich gehoere ich zu dieser Generation, die das koennen. Die die Arme hochkrempeln und sagen "These colours will never yield!" Aufgeben werde ich auch nicht und die Sonne lacht gerade schoen vor dem Fenster des Internetcafes. Wenn diese ganze Hostelbucherei nicht waere... Wer reist auch an Weihnachten?!
Ich glaube ich sollte anfangen Tagebuchzuschreiben, damit ich auch aus Fehlern lernen kann.

Sydney is a city

Ich bin gut in Sydney angekommen und mache mich jetzt mal daran, diese Stadt ein wenig zu erkunden. Vom Shuttle Bus vom Flughafen bis zu meiner zweifelhaften Unterkunft habe ich schon ein paar feine Ecken gesehen, die an Phantasien von Paris oder Berlin oder auch Kassel erinnern. Es gibt hier Strassencafes und Baeume auf den Gehsteigen. Heute will ich mal die Oper ansehen und dann weiss ich noch nicht, womit ich die Zeit totschlage...

Saturday, December 12, 2009

Homeward bound - I wish I was

Meine Tage in Neuseeland sind gezählt. Ich steige heute ins Flugzeug Richtung Australien. Dort werde ich 3 Tage bei d-lux budget hotel, 0061 2 9331 7485 bleiben. Dann am Dienstag nach Alice Springs fliegen eine 6 Tagestour durch den Outback machen, in Aidelaide rauskommen und dann wieder in Sydney Weihnachten verbringen. Am 27.12. gehts nach Peking und am 30.12. weiter nach Deutschland, wo ich um 22.00 Uhr von lieben Leuten abgeholt werde.

Ich schreibe euch das so detailliert, da ich kein Handy mehr habe und ich euch wenigstens ein bisschen informiert haben möchte.

Bis bald!

Daniel kommt wieder und freut sich sehr!

Cotton fields

Immer wieder hebt er den Blick, schaut gen Horizon. Keine Wolke zu sehen. Mit der rechten Hand wischt er sich den perlenden Schweiß von der Stirn, rückt die Krempe des Strohhutes zurecht und senkt den Kopf wieder. Die Sonne steht hoch am Himmel von Lousiana und bedeckt die Felder mit einem gleißenden Hitzefilm. Jedes Mal wenn er den Spaten in den trockenden Boden sticht, klebt sein Hemd am Rücken.
Morgen wird es regnen, oder Übermorgen, auf jeden Fall in den nächsten Tagen. Keine Sinflut, aber genug Regen um den Pflanzen Wasser zu bringen. Es muss einfach. Es hat harte Jahre gegeben und immer hat es zur rechten Zeit Sonne und Regen gegeben. Warum ist das so schwer zu glauben. Er bückt sich und greift in die Erde, sie ist staub trocken.
Alle sind sie gegangen. Zuerst die Hilsarbeiter von den Bergen, dann die Mexikaner, zuletzt seine Frau. Hoffnungslos sei es, Zeit Altes aufzugeben und Neues zu beginnen. Er bleibt, er wird immer bleiben.
Er wird neue Arbeiter brauchen, um die Ernte einzubringen. Die Ernte. Sie wird kommen.

Monday, November 23, 2009

"I am just a bloke" or why I like James May

Hier in Neuseeland habe ich Top Gear für mich entdeckt. Sicher kannte ich die drei von der Tankstelle schon vorher, aber das Bestof auf dem Flug von Australien nach Auckland und die unzähligen Stunden auf youtube gaben mir ein unterhaltsames, wenn auch differenziertes Bild der britischen Fernsehunterhaltung.
Da ist zunächst Hauptmoderator und Egozentriker Jeremy Clarkson, der Deutsche hasst und einen gewissen Fable für britisches Militär hat. Sein Verhältnis zu heimischen Politikern kann man gelinde gesagt als Fehde bezeichnen; auf der einen Seite die um 'Health & Safety' besorgten Landpfleger, auf der anderen der Geschwindigkeitsrüpel Clarkson mit dem schweren rechten Fuß.
Sein Hass auf Deutsche bezieht Porsche übrigens mit ein, aber immerhin setzt er sich mit diesem Missstand seiner Seele auseinander und schreibt Kolumnen über die Zuffenhausener und sein Verhältnis zu ihnen. "To me Ferrari is a downsize version of God and Porsche is a bumped up VW beetle."

Richard Hammond spielt die Rolle des Edelproleten, ist leicht von allem beeindruckt, trägt lässige Ledermäntel und statt Jeremys ausgetretenen Wildlederstiefeletten modische Lederslipper oder auch mal Westerboots, wenn er in seinen amerikanischen Muscle-cars über den Freeway cruised. Eine gewisse Affinität zu Amerika kann man ihm nicht absprechen, obwohl er auch einen 911 besitzt.

Einen Porsche Boxter kaufte sich kürzlich James May, der heimliche Star der Sendung. Von den anderen permanent gestichelt und wegen seines vorsichtigen Fahrstils als 'Captain Slow' verschrien ist er der technisch versierteste, der auch das Detail liebevoll hervorhebt und abseits von Donuts und Querbeschleunigung die Seele des Autos freikratzt. Wenn er auf automobile Spielzeugsuche aus den 50ern geht wird er abwechselnd zum Kind und zum 'Nerd'. In 'the F-Word', einer TV-Show von Großbritanniens Proletenkoch Gordon Ramsey musste sich May einiger Prüfungen unterziehen, um seine Mannheit zu beweisen. Auf Ramseys Frage, warum er immer an dritter Stelle bei Top Gear komme, meinte May er sei eben nur ein Kerl und hätte keine Frau oder Familie, wie die anderen. Nach dem Genuss von einem Bullenpenis und vergorenem Walfleisch musste Ramsey zugeben, dass James May der wahre Mann bei Top Gear ist, danach Hammond und Clarkson zuletzt. Über seinen Kleidungsstil lässt sich allerdings debatieren.

time is running out

noch weniger als 2 Wochen hier in Neuseeland und es gibt noch soviel zu tun... Die to-do-Listen wachsen stetig. Gefühlte 300 Abschiedsessen habe ich schon hinter mir und ich glaube es kommen noch 82...
Auto will gerade verkauft werden und zwischen $100 und $700 scheint vieles möglich zu sein. Mein Bett ist schon unter dem Hammer und jetzt fehlt noch der Schreibtisch, den ich seinerzeit locker in den Mazda gelupft habe und mit einer gelben Schnurr die Klappe zu gezurrt habe, bis sie sich auf dem Motorway ihrer Aufgaben eigenmächtig entbunden hat.

Ich weiß, ihr wartet alle auf Emails, Postkarten und vielleicht auch Souvenirs. Geschuldet einem gewissen Zeit- und Geldmangel werden diese dürftig ausfallen, ich hoffe jedoch bald wieder persönliche Emails schreiben zu können.

Tuesday, November 3, 2009

St. Anger

Daniel ist wütend. Ich bin mir ja nie so sicher, was für ein Bild ich nach außen kommuniziere. Vielleicht könnt ihr euch mich nicht als kleinen grünen Giftzwerg vorstellen, vielleicht doch. Mein Vater weiß schon länger, dass ich auch mal hitzig sein kann.

Jetzt gerade bin ich missgestimmt. Vorrübergehenderweise, so nehme ich an. Was macht man mit Wut im Bauch? - Singt man das gleichnamige Lied von PUR und wünscht sich ins Abenteuerland? Oder zerhackt man Möbel im MLK? Geht man raus und schreit laut?
Ist die Devise nur nach einem Ventil zu suchen oder sie in sich zu vergraben. Darf man Ursachenforschung betreiben?

Mein geschätzter Bruder Jonathan spricht ja immer gern von einer 'heiligen Wut'. Da stelle ich mir Jesus vor, als er mit einem Strick den Tempel von den Geldwechselern und Souvenirhändlern befreit hat.
Heilig ist meine Wut wohl nicht, was sie nicht unheilig macht. Es ist Frust über zwischenmenschliches Unrecht. Da es aber an mir selbst und nicht an unschuldigen Dritten verübt wurde, ist eine objektive Haltung schwer einzunehmen oder gar unmöglich.

Einfach die andere Wange hinhalten oder kämpfen? Ulrich Wickert hat mal ein Buch mit dem Titel "Gauner muss man Gauner nennen" geschrieben. Vielleicht sollte ich einfach Unrecht Unrecht nennen und den Rest Gott überlassen.